Mona Okroy-Hellweg
Public Relations Manager
IVAM Microtechnology Network
Jul. 4, 2019
IVAM InSide
Mona Okroy-Hellweg
Public Relations Manager
IVAM Microtechnology Network

4 Fragen an IVAM-Vorstandsmitglied Bärbel Schilling

Zum fünfköpfigen Vorstand des IVAM Fachverband für Mikrotechnik gehören seit der Vorstandswahl am 4. April 2019 Dr. Lutz Aschke von TRUMPF Photonic Components als Vorstandsvorsitzender, Dominique Bouwes von Micronit als stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Matthias Lorenz von der AEMtec GmbH, Bärbel Schilling von der Plan Optik AG und Dr. Hans van den Vlekkert von LioniX BV.

Welche Technologien liegen Ihnen besonders am Herzen und warum?

Glaswafer der Firma Plan Optik AG

Die heutige Plan Optik AG wurde 1962 von meinem Vater als Optik Schilling KG gegründet. Somit bin ich schon von Geburt an eng mit unserem familiengeführten Unternehmen verbunden. Mein besonderes Interesse gilt dem Werkstoff Glas, denn unser Familienunternehmen hat sich von Beginn an mit der Herstellung von Glas-Produkten beschäftigt. 

Die Herstellung und Strukturierung von Produkten aus dem Werkstoff Glas ist besonders faszinierend in Hinblick auf die Vielfalt der möglichen Einsatzbereiche. 

Als ausgesprochen interessant empfinde ich es auch zu beobachten, wie sich die Technologien für die Oberflächenbearbeitung und Strukturierung von Glaswafern für die verschiedenen Einsatzbereiche wie Sensorik oder auch die Bio- und Nanotechnologie im Laufe der Jahre weiterentwickelt haben.

Und natürlich ist es besonders spannend zu sehen, wie unsere Produkte bei der Herstellung von modernen Mikrosystemen für die Digitalisierung und das Internet der Dinge eingesetzt werden. 

IVAM-Mitgliederprofil der Plan Optik AG

 

Wo sehen Sie dabei die größten Zukunftspotenziale?

Die Herstellung und Miniaturisierung von modernen Mikrosystemen sorgt für eine verbesserte und intelligentere Vernetzung und treibt die Digitalisierung und das Internet der Dinge (IoT) maßgeblich voran. Auch die Herstellung von extrem dünnen Materialien für flexible Elektronik oder Wearables sehe ich weiterhin als großen Trend. 

Diese Systeme werden in der Gesellschaft sehr gut angenommen und bieten einen großen Vorteil zur persönlichen Selbstkontrolle. Hier ist natürlich der Bereich Gesundheit von besonderer Bedeutung. Durch moderne MEMS-Bauteile beziehungsweise Sensoren ist es uns möglich, jederzeit notwendige Informationen über unseren eigenen Körper oder das eigene Bewegungsverhalten zu erhalten. 

Im Bereich der Mikrofluidik, welcher bei uns durch unser Tochterunternehmen Little Things Factory behandelt wird, gibt es auch einige spannende Felder, in denen ich großes Zukunftspotenzial sehe: Das sind vor allem die Möglichkeiten im Bereich Lab-on-a-Chip die ich als besonders bedeutend bewerten würde. 

Welche technologische Entwicklung hat Sie persönlich am meisten beeindruckt?

Aktuell finde ich die Entwicklung im Bereich 5G-Netzwerk, also Hochfrequenzanwendungen super spannend. Denn hier wird unsere Kupfer/Glas-Technologie eingesetzt, um zum Beispiel die Antennen für diese Netzwerke zu bauen.

Auf der Anwendungsseite finde ich die Entwicklung von Wearables und die damit einhergehenden Möglichkeiten für den privaten Anwender hochinteressant.

Quelle: Plan Optik AG, IVAM-Mitgliederprofil

Aus Ihrer Sicht als Unternehmer/in: Welche Vorteile bietet ein Netzwerk wie IVAM in Zeiten in denen theoretisch alles zu jeder Zeit online weltweit gefunden werden kann?

Einer aus meiner Sicht größten Vorteile eines Netzwerks wie IVAM ist, dass durch die gebündelte Interessenvertretung der Einzelfirmen ein verstärkter Einfluss geltend gemacht werden kann – in Politik und Wirtschaft.

Außerdem bieten die thematisch breit gefächerten Veranstaltungen von IVAM, wie Fachtagungen, Messen, Fachgruppen und so weiter immer wieder eine sehr gute Plattform für den Austausch unterschiedlichster Informationen – neudeutsch auch Networking – und sind aus meiner Sicht selbst im digitalen Zeitalter nicht wegzudenken.

Hintergrund: IVAM Fachverband für Mikrotechnik: Veränderungen nach Vorstandswahlen